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Akustyka6 Min. LesezeitMarcin · 12.05.2026

Akustik im Büro: die Grundlagen

RT60, Absorption, Dämmung. Wie unterscheiden sich die wichtigsten Kennwerte und welcher von ihnen beeinflusst den Arbeitskomfort tatsächlich?

Zwei verschiedene akustische Probleme

Im Büro können zwei unterschiedliche akustische Probleme auftreten, die völlig verschiedene Lösungen erfordern. Das erste ist eine zu lange Nachhallzeit: Der Schall wird von harten Oberflächen reflektiert und klingt nicht ab, wodurch der Raum wie eine Sporthalle klingt. Das zweite ist die Schallübertragung zwischen Räumen oder Zonen: ein Telefongespräch, das auf der gesamten Etage zu hören ist, eine Besprechung im Konferenzraum, die durch die Wand dringt.

Diese beiden Probleme zu verwechseln ist einer der häufigsten Fehler bei der Büroplanung.

RT60: Nachhallzeit

RT60 ist die Zeit, nach der der Schallpegel um 60 dB abfällt, nachdem die Schallquelle abgeschaltet wurde. In der Praxis wird sie mit einer App oder einem speziellen Gerät gemessen: Ein kurzer Impuls wird erzeugt und sein Abklingen aufgezeichnet. Für Großraumbüros empfiehlt die Norm PN-B-02151 einen RT60 im Bereich von 0,4–0,6 s. In Konferenzräumen liegt der Zielwert bei 0,3–0,5 s. Ein typisches unmöbliertes Büro mit harten Böden und Decken erreicht einen RT60 von etwa 0,9–1,4 s.

Gepolsterte Trennwände, Teppiche, Akustikdecken und gepolsterte Möbel reduzieren den RT60, indem sie die Energie der Schallwelle absorbieren.

Schallabsorption

Die Absorption wird durch den Absorptionsgrad α (Alpha) auf einer Skala von 0–1 gemessen. Ein Material mit α = 1 absorbiert 100 % der auftreffenden Schallenergie. In Bürotrennwänden eingesetzte Polsterstoffe erreichen α ≈ 0,6–0,85 in den Sprachbändern (500–2000 Hz). Glas hat α ≈ 0,03–0,05, absorbiert also fast nichts.

  • Hochdichter Stoff — α ≈ 0,80–0,85 für 52-mm-Paneele
  • Einscheibensicherheitsglas — α ≈ 0,03
  • Akustikglas mit PVB-Zwischenschicht — α ≈ 0,06–0,10
  • Lochblech mit Akustikeinlage — α ≈ 0,50–0,70
Schalldämmung in dB

Die Dämmung (bezeichnet als Rw oder DnTw) misst, um wie viele Dezibel eine Trennwand den von einem Raum in den anderen dringenden Schall mindert. Hier zählen vor allem die Masse und die Dichtheit der Konstruktion: Dichtungen, Füllung, Profildicke.

System 32 mit gepolsterter Füllung erreicht Rw ≈ 38–42 dB. Bei Verbundglas sind die Werte ähnlich. Das ist vergleichbar mit einer gemauerten oder einer Gipskarton-Trennwand.

System 20 und Tischtrennwände sind nicht für die Dämmung bestimmt: Ihre Aufgabe ist die Absorption und die optische Abgrenzung einer Zone.

Welche Lösung wählen?

Wenn das Problem allgemeiner Lärm und eine lange Nachhallzeit im Großraum ist: Absorption (Stoff, Akustikdecken, Teppiche). Wenn das Problem Gespräche sind, die zwischen Zonen oder Räumen übertragen werden: Dämmung (System 32, eine volle Wand bis zur Decke, Dichtungen). Wenn beides: Beginnen Sie mit der Absorption, die günstiger und flexibler ist, und setzen Sie die Dämmung gezielt ein.

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